UP DÜVELS SCHUVKOAR

" Up Düvels Schuvkoar "

Plattdeutsches Theater
Von Karl Bunje


Nachkriegsdeutschland ist nicht nur durch Lebensmittelmarken und Aufteilung in Alliierte Zonen gekennzeichnet,
sondern auch durch riesige Flüchtlingsströme, einen illegalen Schwarzmarkthandel und ebensolche Schwarzbrennereien.
Außerdem bewegen die Menschen in den Nachkriegsjahren Kriegsheimkehrer, Behördenwillkür, Wohnungsnot und Hunger.

Viele Menschen haben diese „verteufelten Zeiten“ längst vergessen. Das von Karl Bunje 1947 verfasste Lustspiel
lässt die Zeiten nach dem Zweiten Weltkrieg wiederaufleben. Er hat die „verteufelte Zeit“, die dunklen Geschäfte
mit Schwarzgebranntem und Hamsterkäufen, in ein heiteres Spiel eingebracht und wir wollen mit diesem humorvollen
Klassiker des Niederdeutschen Theaters diese Zeiten wieder lebendig werden lassen.

Bis der junge Bauer Heiko Herkens aus Krieg und Gefangenschaft zurückkehrt, bewirtschaften die resolute Magd Taline
und der Knecht Jan den Hof mit Hilfe des Flüchtlingsmädchens Marie. Doch als Heiko nun endlich wieder da ist,
will er die verlorenen Kriegsjahre in vollen Zügen nachholen und hat nicht die geringste Lust, sich mit der
Landwirtschaft abzugeben. Er brennt lieber Schnaps, macht Schwarzmarktgeschäfte und treibt sich mit der
flotten Helga herum, die mit der Arbeit auch nicht viel im Sinn hat. Als der Dorfpolizist die dunklen
Geschäfte wittert, gibt Heiko diese nicht etwa auf, sondern betreibt sie nur noch raffinierter.
Sogar der Hüter des Gesetzes lässt sich hinters Licht führen und betrachtet den „Hullmannschen“,
den er gern dort trinkt, als das berühmte Schnäpschen in Ehren. Der Hof aber treibt dem Ruin entgegen.
Da hat Heiko, in fröhlicher Stimmung, eine sprichwörtliche Schnapsidee und macht das leichtsinnige
Versprechen, die Frau zu heiraten, die ihm endlich den Kuhstall ausmistet….

Up Düvels Schuvkoar“ – Kolpingtheater Haselünne begeistert mit neuem Stück

Da war die Welt noch in Ordnung für Polizistentochter Helga (Sandra Rohe). Später kriegt sie aber von Bauer Heiko (Dietmar Peters) den Laufpass

Haselünne (au) – Die Premiere ist voll gelungen. Regisseur Willi Jansen hat mit „Up Düvels Schuvkoar“ wieder ein großartiges Stück für seine bewährte Schauspieltruppe ausgesucht. Die Zuschauer bei der Haselünner Erstaufführung am Sonntagabend im Kolpinghaus waren restlos begeistert.

Es geht um den umschwärmten Jungbauer Heiko, gespielt von Dietmar Peters, der lieber Schwarzbrennerei betreibt, als seinen Hof zu bewirtschaften. Abwechselnd rücken ihm Dorfpolizistentochter Helga (Sandra Rohe) und Magd Taline (Elisabeth Tebben) zu Leibe. Nur die am Ende von ihm begehrte Magd Marie (Heike Wübben) ziert sich. Knecht Jan (Andreas Josefus) und Dorfpolizist Fied (Engelbert Tebben) spielen auch noch mit im Wirrwar auf dem Bauernhof Das von Karl Bunje geschriebene und 1947 uraufgeführte Stück hat einen ernsten Hintergrund. Es zeigt das bäuerliche Leben in der Nachkriegszeit und handelt von Heimkehrern, Hunger und Flüchtlingen. Diese Themen in einen plattdeutschen Schwank einzuarbeiten, ist eine Gratwanderung, die Spielleiter Willi Jansen aber bravourös gemeistert hat. Am Ende kommen zwei Stunden großartige Unterhaltung mit viel Wortwitz und Situationskomik dabei heraus.

Die nächsten Aufführungen im Kolpinghaus Haselünne sind am 3. 11. (So., 9.30 Uhr, Frühstückstheater), 3. 11. (19 Uhr), 10. 11. (So., 14.30 Uhr, mit Kaffee und Kuchen), 17. 11. (So., 19 Uhr) und 24. 11. (So., 19 Uhr). Karten gibt es bei der Touristinformation Haselünne (Tel. 05961509320), im Internet unter www.kolping-haseluenne.de oder an der Abendkasse eine Stunde vor der Aufführung.