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Kolpingtheatgr Haselünne:
„Leev nah Stunnenplan!“

Die Sommerpause ist vorbei und das Team vom Kolping Theater Haselünne ist bereits fleißig am proben. In diesem Jahr werden die Hobby-Schauspieler das Stück „Leev nah Stünnenplan“ auf die Kolping-Bühne bringen. Ein witziges Hin- und Her-Spiel um das Doppelleben von Taxifahrer Klaus Bruns.
Nach dem Original „Run for your wife“ von Ray Cooney wurde die deutsche Fassung „Doppelt leben hält besser“ in drei Akten ins Plattdeutsche übersetzt und natürlich wieder mit viel emsländischem Charme versehen. „Leev nah Stündenplan“ beschreibt das turbulente Leben des Taxifahrers Klaus Bruns, der nach der Devise „Eine hier - eine da“ mit zwei Frauen verheiratet ist. Mit Martina teilt er eine Wohnung in Haselünne, mit Beate lebt er in Lingen zusammen. Um beiden Frauen gerecht zu werden, richtet sich der Taxifahrer im „Schichtdienst“ nach einem ausgeklügelten Stundenplan. Dieser gerät ins Wanken, als Klaus sich bei einem Unfall oder eher einer Pöbelei mit einer älteren Dame verletzt. Der ermittelnde Kommissar Täuber begleitet den zweigleisigen Klaus zu seiner Wohnung in Haselünne, obwohl er doch laut Plan in Lingen sein müsste. Als der arbeitslose Nachbar Ralf Gärtner hilfsbereit eingreift und auch noch ein zweiter Polizist dazu kommt, ist das Chaos perfekt. Mit Hilfe seines Freundes und Nachbarn führt Klaus seine beiden Gattinnen in ein Labyrinth phantastischer Ausreden und Lügen, in dem kein Auge trocken und keine Wahrheit übrig bleibt.
Premiere feiert das Stück am Sonntag, 30. Oktober, um 16 Uhr im Kolpinghaus Haselünne, zu diesem Anlass wird auch das 40-jährige Bühnenjubiläum von Kolping-Schauspielerin Elisabeth Tebben gefeiert.
Neben den bereits traditionellen Aufführungen im Kolpinghaus Haselünne, im Heimathaus Wesuwe, am Theather in Lingen sowie in Teglingen, bietet das Kolpingtheater in diesem Jahr eine besondere Aufführung. Begonnen wird dabei nämlich mit einem Frühstück für die Zuschauer. Nach einem reichhaltigen Buffet können die Zuschauer das witzige Stück genießen.

Bereits bei den Proben hatte die Truppe vom Kolping Theater Haselünne viel Spaß.

Wilhelm Jansen führt wie jedes Jahr "Regie"
Wilhelm Jansen führt wie jedes Jahr "Regie"

Lingener Tagespost 06.02.2017:
„Leev nah Stünnenplan“
Kolpingtheater Haselünne erntet viel Applaus in Lingen
Lingen. Lachsalven und Begeisterungsstürme hat die Kolping-Theater-Familie aus Haselünne im voll besetzten Theater an der Wilhelmshöhe für ihre turbulente Komödie „Leev nah Stünnenplan“ geerntet.
„Wi holt fast an Mouders Sproake, dat is för us 'ne Ehrensoake.“ Köstlich amüsieren sich die Besucher über den britischen Spaß auf platt, die auf Tempo gebürstete Komödie „Run for your Wife“ von Ray Cooney. Ins Plattdeutsche umgeschrieben von Kay Kruppa, bearbeitet un innrichtet för dat Kolping-Theater Haselünne unner de Spälleitung von Willi Jansen, was et up un vör de Beuhne för ale en grootaardiges Pläseer.
„Dübbelt läben hoalt bäter“
Taxifahrer Klaus Bruns meint: „Dübbelt läben hoalt bäter.“ Mit Martina (Elisabeth Tebben) in Haselünne und mit Beate (Heike Wübben) in Lingen ist er verheiratet. Akribisch führt der Bigamist sein „Fahrtenbuch“, lebt exakt nach Stundenplan. MMBK steht für: „Montag mit Beate kuscheln“, und DMMF heißt: „Dienstag mit Martina frühstücken.“
Sein Doppelleben läuft rund, bis er in Meppen einer Rentnerin hilft, deren Handtasche entwendet wird. Mit Kopfverletzungen wird er im Ludmillenstift verarztet. Sein Stundenplan kommt ganz schön ins Schleudern. Die nichts ahnenden Ehefrauen sorgen sich, denn ihr geliebter Klaus erscheint nicht. Jedoch die alarmierten Freunde und Helfer. Für den lädierten Klaus (Dietmar Peters) ist guter Rat teuer. „Dei olle Schachtel häv mi mit de Handtaske eine verpult“, schwindelt er, und der Irrwitz nimmt seinen Lauf. Klaus mimt seine Doppelleben bravourös.
Bravouröse Schauspieler
Freund Ralf Gärtner (Andreas Josefus) soll das „grote Techtelmechtel“ vor den beiden Ehefrauen, dem resoluten Kommissar Täuber (Herbert Firlus) und dem begriffsstutzigen Kommissar Pawlik (Ansgar Hemken) verheimlichen. Ralf streut immer mehr Sand ins Getriebe, verstrickt sich zunehmend im Labyrinth fantastischer Ausreden und Notlügen. „Ik bün in de Statistik för use Bundesregierung ene ganz wichtige Person“, meint der Hartz IV-Empfänger. Einfach „saugut“ spielt er einen Bauern, und muss wohl oder übel eine Schwulen-Rolle annehmen, die Klaus ihm andichtet.
Lachsalven und Freudentränen im Saal
Situationskomik und Slapstick auf der Bühne, Lachsalven und Freudentränen im Saal. Turbulente Komik, gesteigert bis ins Extreme, wird zur Farce. Die ahnungslosen Frauen mutieren zu Transvestiten und hysterischen Nonnen. Ralf avanciert zum Kind. Und Beates super-schräger Nachbar Norbert „Hallöchen“ (Engelbert Tebben) sowie der Boulevard-Reporter (Janis Josefus) verschärfen die Lage noch. Alle sind im „BILD“e, doch keiner blickt durch. Kompromittierende Schlagzeilen werden wortwörtlich verschlungen, damit von der „Wahrheit“ nichts übrig bleibt. Die Aufklärung liegt buchstäblich am Boden. Gibt es einen Ausweg aus diesem Irrgarten?
Herzlicher Beifall zum Schluss
Ein Wettlauf mit der Zeit und ständige Ortswechsel werden mit dem Bühnenbild fantasievoll gelöst. Im blauen Wohnzimmer residiert „Schnuckelchen Martina“, im gelben „Goldhamster Beate.“ Wortakrobatik und witzige Dialoge – da bleibt kein Auge trocken. Glänzend eingestellte Schauspieler agieren souverän und variabel. Ralf Gärtner muss nur den Mund öffnen, und man meint, Henry Vahl vom Ohnsorg-Theater tritt auf. 150 Minuten kurzweilige und wendungsreiche Unterhaltung, bis die beiden Ordnungshüter und das Publikum mit einem nicht vorstellbaren Ende dem Gesetz der Verrücktheit unterliegen.
Ein großartiges Ensemble, das mit herzlichem Beifall verabschiedet wurde.

Klaus kommt lädiert in Haselünne an, wo ihn Ehefrau Martina tröstet. Noch weiß sie nicht, was passierte. Das will Kommissasr Täuber herausfinden. Foto: Johannes Franke Ende gut, alles gut. Darauf einen heben und dann abwarten, wie’s weitergeht in der Doppelehe. Foto: Johannes Franke Nur Freund Ralf Gärtner weiß von dem Geheimnis und will seinem Freund Klaus helfen. Doch seine Beiträge verkomplizieren die Angelegenheit immer mehr. Foto: Johannes Franke